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Under Pressure - erdrückt von zu vielen Optionen

Noch 10 Minuten schlummern oder direkt aufstehen? Den schwarzen Pullover oder das rote T-Shirt anziehen? Schnell zuhause frühstücken oder erst im Büro? Fragen über Fragen, die wir uns meist schon eine Minute nach dem Aufstehen stellen. Fragen, die uns direkt in die Gedanken schießen, wenn wir die Augen öffnen – und das noch vor dem ersten Kaffee. Tagtäglich werden rund 20.000 Entscheidungen getroffen.¹ Das bedeutet alle drei Sekunden eine Entscheidung, alle drei Sekunden ein Dagegen oder Dafür, ein Ja oder ein Nein. Selbstverständlich werden nicht alle davon bewusst und mit einer Pro-Kontra-Liste getroffen. Meistens werden sie innerhalb von Millisekunden entschieden. Trotz Unterbewusstsein und dem Handeln nach Bauchgefühl sind es aber doch Entscheidungen, die unser Handeln und unseren gesamten Tagesablauf, beeinflussen.

Generation Z wie ziellos?

Menschen der Generation Z (geb. 1995-2012), auch digital Natives genannt, repräsentieren circa 10% der deutschen Bevölkerung, also rund 8 Millionen Menschen.² Das Alter der Generation ist dafür gar nicht entscheidend, sondern die Denk- und Verhaltensweise der Menschen. Ein grundlegendes Merkmal der Generation ist die hohe Affinität zu digitalen, aber vor allem mobilen Medien. Eine Eigenschaft vieler junger Menschen der Generation ist die Entscheidungsunfähigkeit. Durch die große Menge an Information und Nachrichtenfluss hinterfragen sie mehr als frühere Generationen. Dies erschwert dann den Weg eine Entscheidung zu treffen.³

Das Terrain der digital Natives:

Durch Dauerbeschallung über Internet, Soziale Medien und Co. werden eigene Entscheidungen grundsätzlich stärker hinterfragt als bei anderen Generationen. Fragen wie: „Was will ich einmal werden? Will ich studieren oder doch lieber eine Ausbildung machen?“ können komplett überfordern. Es wird gepredigt, dass doch alle Türen der Welt offenstehen – und darin liegt das Problem. Tagtäglich prasselt konstant ein Überfluss an Nachrichten, visuellen Eindrücken und Werbung, besonders durch Soziale Medien, auf die Menschen ein. Damit einhergehend auch eine Vielzahl an Möglichkeiten. Für viele ist der Griff zum Telefon nach dem Aufwachen zur Routine geworden. Was hat man über die Nacht verpasst? Was passiert gerade in der Welt? All das passiert bereits in den ersten Minuten nach dem Öffnen der Augen und dem Entsperren des Telefons. Wo bleibt da noch Platz für die Entscheidung über die eigene Zukunft?

Schon Benjamin Franklin erkannte das Problem:

„Die schlimmste Entscheidung ist die Unentschlossenheit.“

Benjamin Franklin, 1706-1790

Der einzige Fehler, der begangen wird, ist also nicht die getroffene Entscheidung, sondern alle Entscheidungen, die vor lauter Angst erst gar nicht getroffen werden. Nun gilt es eine neue Generation zu verstehen und sich auf neue Bedürfnisse, Ängste und Unsicherheiten einzustellen.

Die Qual der Wahl

Zu viele Möglichkeiten, zu viele Optionen und zu viele große Entscheidungen bis zum Ziel. Himmel - zu welchem Ziel überhaupt?
Zu viel, was man gerne ausprobieren würde. Was, wenn diese eine große Entscheidung genau die Falsche ist? Die Zeiten, in denen die Eltern Entscheidungen über die Zukunft des Kindes trafen oder man sein Schicksal „in die Wiege gelegt bekommen hat“, sind längst überholt. Generationen haben sich entwickelt. Durch Digitalisierung, Soziale Medien und tausenden von Optionen, die früher gar nicht im Bereich des Möglichen lagen, ergab sich auch eine ganz andere Denk- und Verhaltensweise. Mehr als jede andere Generation verbringt Gen Z ihre Online-Zeit am Smartphone. Das Handy hat sich zu einem dritten Arm entwickelt. Sogar Kaufentscheidungen werden durch Social-Media-Plattformen wie YouTube oder Instagram bestimmt. Zu einem totalen Überfluss an Informationen kommt der Druck sich festzulegen, ob es die Wahl des Studiums, des Jobs oder sogar die Wahl des Partners oder der Partnerin betrifft.

Wie können Unternehmen die Generation Z ansprechen?

Neue Generation, neue Welt, neue Verhaltensweisen. Viele steigen gerade ins Berufsleben ein und wagen doch den Schritt ins Ungewisse. Unternehmen müssen sich hier neuen Herausforderungen stellen. Gen Z konsumiert deutlich weniger klassische Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitungen. Ihr Territorium ist das Internet, insbesondere die Sozialen Medien. Auf Facebook, Instagram und Co. fühlen sie sich am besten repräsentiert. Will man junge Leute ins Boot holen, muss man dorthin gehen, wo sie sich aufhalten. Auch die Erwartungen an das zukünftige Arbeitsleben haben sich gewandelt. Bei der Jobauswahl wird der ideale Mix aus Arbeitsleben- und Freizeit präferiert. Interessante Projekte, wechselnde Herausforderungen locken die jungen Leute in das Unternehmen. Unternehmenswerte, die Unternehmenskultur und das Image gewinnen immer mehr an Wichtigkeit, besonders im Hinblick auf Gen Z. Arbeitgeber- und nehmer-Grenzen sind am Verschwimmen. Viele Unternehmen stellen sich auf flache Hierarchien und Du-Kultur um.

What's next?

Gehen wir davon aus, der angsteinflößende Schritt der großen Entscheidung ist geschafft. Der Vertrag ist unterzeichnet. Ob als Praktikant:in, Werkstudent:in oder als Vollzeit-Arbeitskraft. Ein Haken am nächsten großen Schritt. Was kann der Arbeitgeber tun, um den Berufseinstieg zu erleichtern? In erster Linie ist es wohl das Verständnis, was eine Beziehung zwischen Menschen im Arbeitsverhältnis erheblich erleichtert. Verständnis für eine sich wandelnde Welt und was diese Tatsache mit den darin lebenden Menschen anstellt. Verständnis für Wünsche und Ideen von Mitarbeitenden. Gerade für junge Menschen der Gen Z, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, bietet das Gefühl von Sicherheit und Stabilität viel Mehrwert. Alles ist neu, alles ist anders, die Verantwortung ist viel größer als im bisherigen Leben. Ins kalte Wasser geworfen zu werden ist wohl immer noch eine altbewährte Methode, die ihren Zweck erfüllt. Bedingung hierfür ist eine Rettungsleine. Man erarbeitet sich Strukturen, eigene Routinen und das Selbstbewusstsein für das eigene Tun.

Die Rettungsleine - Ein gutes Onboarding

Ein gutes Onboarding hilft bei dem Prozess sich einzufinden, einzugliedern und seinen Platz im Unternehmen und im Team zu finden. Eine Rettungsleine, an der man sich langhangeln kann. Der oder die „Neue“ zu sein, niemanden zu kennen, Kontakte erst knüpfen zu müssen und auch noch nicht ganz Herr/ Frau über die eigenen Aufgaben zu sein, fällt den wenigstens Menschen leicht. Ein gutes Onboarding schafft die überwältigenden Gefühle, die ein Neuanfang mit sich bringt, nicht aus dem Weg. Es kann aber helfen sich zurechtzufinden, um an eigenen und neuen Aufgaben zu wachsen. Plötzlich wird das große, unbekannte Unternehmen zu einem Ort, auf dem man sich auskennt, die fremden Mitarbeiter:innen zum eigenen Team geworden sind und man gemeinsam Herausforderungen bewältigt und miteinander wächst.

Die Chance beim JOBS HERE!

Die Möglichkeit Unternehmen und Arbeitgeber auf Augenhöhe und in geschütztem Rahmen kennenzulernen, klingt schön, aber welches Bewerbungsgespräch findet schon in einem solchen Rahmen statt? Am 21.Juni 23 beim JOBS HERE habt ihr auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität-Magdeburg genau die Chance! Hier können Unternehmen und Studierende in lockerer Festival-Atmosphäre in einen Austausch treten und vielleicht auf diesem Weg schon eine Menge Unsicherheiten aus dem Weg räumen.

Wir hoffen, ihr konntet einiges an Inspiration und Anregungen sammeln und wir sehen uns beim JOBS HERE am 21. Juni 2023!

Quellen:
¹(Schepperle, Daniel: Ein Denkanstoß für mehr Entscheidungsfreude, 2007)
²(criteoJahr: Generation Z-Der Report, 2018)
³(Redick, Marcela: Generation Z und ihre Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt, 2022)